Die Krux mit den Planetentönen

Planeten4Immer wieder werden wir mit der Frage konfrontiert: Warum bieten wir keine Planetenton-Klangschalen an und warum gehen wir in unseren Ausbildungen nicht darauf ein? Nach unzähligen Diskussionsrunden mit Befürwortern und Gegnern und nach intensiven Recherchen im Internet und in einschlägiger Literatur haben wir uns entschlossen, den Umgang mit Planetentönen nicht  in unsere klangenergetischen Ausbildungen einfließen zu lassen.

Wir schlagen vor, dass jeder Klanganwender für sich selber entscheidet, ob Planetenklänge für seine Arbeit interessant sind oder nicht. Hier haben wir ein paar Informationen zusammengestellt, die unsere Sicht auf Planetenklangschalen aufzeigen:

Periodendauer von Planetenbewegungen

Die Umlaufzeit um die Sonne oder die Rotationsgeschwindigkeit eines Planeten um seine eigene Achse ist eine mögliche Basis für die Berechnung der sogenannten Planetentöne. Die erste Frage, die sich hier stellt ist, welchen Bezugspunkt man zur Messung verwenden soll. Nimmt man Fixsternpositionen (die genaugenommen auch nicht fix sind) spricht man von der siderischen - oder behilft man sich mit der scheinbaren Sonnenposition – der synodischen Methode? Oder nehmen wir galaktische, baryzentrische, drakonitische, anomalistische Bezugspunkte für die Berechnung einer Periodendauer an?

Selbst wenn man eine einfache Berechnung der Erdrotation in Bezug auf die Sonnenposition nimmt, kommt man schon auf das nächste Problem. Ist die Erdrotation immer gleich? Studien zu Folge ist die Erdrotation seit den 70er Jahren rückläufig. Ist also das Universum gar nicht so statisch, wie manche glauben wollen? Nein, ist es definit nicht. Alle Bewegungen der Himmelskörper innerhalb und außerhalb unseres Sonnensystems mit ihren Dreh- und Pendelbewegungen sind dynamisch, und alle angegebenen Werte und Berechnungen, die wir heute in Tabellen finden, eine Momentaufnahme zum Zeitpunkt der Berechnung - falls diese dann überhaupt stimmt. Ganz nebenbei gefragt: Wusstet Ihr, dass für die Umlaufzeiten der äußersten Planeten unseres Sonnensystems noch gar keine exakten wissenschaftlichen Daten vorliegen? Diese werden gerne in einem Von/Bis- Bereich angegeben und infolgedessen ein Mittelwert bzw. Schätzung für weitere Berechnungen angenommen.

Umrechnung Perioden in Tonfrequenzen mit Potenzierung

Wie berechnet man z. B. den siderischen Jahreston der Erde? Nehmen wir die momentane Umlaufdauer von 365,256 Tagen, die die Erde braucht, um die Sonne einmal zu umrunden, rechnen die Sekunden aus = 365,256 Tage * 24 Stunden * 60 Minuten * 60 Sekunden kommen wir auf 31.558.118,4 Sekunden. Da man Tonfrequenzen in Hertz (Schwingungen pro Sekunde) angibt, ermitteln wir den Kehrwert 1:31.558.118,4 und kommen auf 0,00000003168756727904285 Hertz.

Da diese niedrige Frequenz kein Mensch hören kann, verdoppelt (oktaviert) man diese Zahl so lange, bis sie in einen für das menschliche Ohr hörbaren Bereich kommt (>16 Hertz). In diesem Fall müssen wir 29x verdoppeln bis wir gerundete 17,0121 Hertz erreichen. Verdoppeln wir 40x erreichen wir den höchsten für uns hörbaren siderischen Jahreston der Erde mit 17.420,3904 Hertz. Man kann also sagen, es gibt 11 verschiedene hörbare siderische Jahrestöne der Erde. Welcher ist der richtige? Haben alle die gleiche Wirkung?

Berechnen wir den Erdton auf Basis des tropischen Jahres, welches 365,242 Tage dauert, kommen wir in der ersten hörbaren Oktave auf 17,0128 Hz, bei der höchsten Oktave auf 17.421,0921 Hz, eine Differenz von 0,7 Hz. Keine sehr große Differenz, aber doch hör-und wahrnehmbar. Welchen Erdton hat Ihre Schale?

Wenn wir nun die synodischen Umlaufzeiten aller anderen Planeten ansehen, gibt es dort Schwankungen von 1-28 Tage, wenn man das umrechnet eine Tondifferenz von 1/3 Hz bei Pluto, Neptun und Uranus bis hin zu 51 Hz bei Merkur in der 31. Oktave. Da liegen einige Ganztöne unseres Tonleitersystemes dazwischen.

Man muss kein Mathematiker sein um zu wissen, dass, wenn man eine Zahl 30-40 mal verdoppelt, sich die kleinste Ungenauigkeit mit potenziert.

Planetentoninstrumente

Entspricht ein hörbarer Ton eines Klanginstrumentes einem wie oben berechneten Planetenton, so spricht man von einem Planetentoninstrument. Meist wird auch keine Unterscheidung gemacht, welcher der Obertöne dem angegebenen Planetenton entspricht, geschweige denn in welcher Oktave dies zutrifft. Erwähnt werden sollte im Zusammenhang mit Klangschalen auch, dass diese Zufallsprodukte sind. Jede Klangschale ist ein Unikat, klingt daher einzigartig. Entspricht der Ton einer Schale zufällig einem Planetenton, dann wird sie zu einer Planetenton-Klangschale mit dem dazugehörenden Preisaufschlag.

Die Klangschale als Musikinstrument

Geschmiedete Klanginstrumente aus Bronze, wie z. B. die Klangschalen rund um den Himalaya, gelten als besonders resonanzfähig, und es wird ihnen ein sehr weiches Klangbild nachgesagt. Das liegt vor allem am weichen Material (Kupfer und Zinn) und am Herstellungsprozess des Schmiedens, welcher verschiedenste Material-Spannungen und Material-Stärken zur Folge hat. Eine starke Resonanzfähigkeit bedeutet, dass diese Musikinstrumente sich sehr an ihre Umgebung anpassen. Luftfeuchtigkeit, Temperatur und andere Schwingungskörper in deren Nähe verändern den Klang der Schale. Sogar der Spieler selbst, die Menschen im Raum oder der Körper eines Klienten verändern den Klang der Schale im Moment des Spielens. Aber auch die Zeit verändert den Sound einer Klangschale. So ist oft zu beobachten, dass mehrere Schalen, die regelmäßig gemeinsam gespielt werden, sich gegenseitig annähern, dass jede einzelne ihr Frequenzmuster im Laufe der Zeit verändert. Das kann sogar so weit gehen, dass Schalen, die zu gestimmten Musikinstrumenten ausgesucht wurden, plötzlich disharmonisch klingen, also ihre Klänge derart verändern können, dass sie einfach nicht mehr zueinander passen. Entspricht also Ihre Mond-Schale von gestern auch dem heutigen Mond-Ton?

Planetentöne und der astrologische Bezug

Nun wissen wir, wie man verschiedenste Planetentöne berechnet, und dass Klanginstrumente einen oder anscheinend auch mehrere solcher Planetentöne ihn ihrem Klangspektrum beinhalten können. Aber es stellt sich die Frage, wie man diese speziellen Töne in einem therapeutischen Umfeld einsetzen kann. Hier kann doch nur das Prinzip der Astrologie Sinn ergeben? Eine andere Verbindung ist mir bis dato unbekannt. Das bedeutet, dass jeglicher Bezug zwischen einem Planetenton und dessen Verwendung in einer Klanganwendung auf eine Verknüpfung von Astrologie und Therapie basieren muss. Daraus ergeben sich für den Einsatz von Planetenton-Klangschalen folgende Bedingungen:

Schlußfolgerung

Wir schließen daraus, dass jeder Anwender, der mit Planetentönen arbeitet...

  • eine astrologische/therapeutische Ausbildung hat.
  • Klanginstrumente besitzt, welche die angegebenen Planetentöne tatsächlich erzeugen.
  • weiß, welcher der vielen Töne eines Planeten die gewünschte Wirkung erzielt.
  • glaubt, aus Umlaufbahnen und Rotationsperioden von Planeten mittels Kehrwertberechnung und Oktavieren überhaupt „Töne“ ableiten zu können.
  • überzeugt ist, dass die Berechnung der Perioden astronomisch exakt genug stimmen um diese 30-40 mal ohne Fehler potenzieren zu können.
  • von einem statischen Universum ausgeht.

Die Praxis...

...sieht dann noch verwirrender aus. Da schwirren Tabellen herum mit nicht exakt bezeichneten Planetentönen, Verbindungen von Planetentönen zum Tonleitersystem ohne Angabe der Kammerton-Frequenz oder Oktavhöhe, Zuordnung von Tönen zu Organen, Chakren, Gemütszuständen und sogar Krankheitssymptomen jenseits jeglicher persönlich- individuellen Differenzierung usw.

Anstatt sich an physikalisch-energetischen Gesetzmäßigkeiten und an dem ethischen Grundsatz der Einzigartigkeit jedes Individuums zu orientieren, folgt man offensichtlich blindlings dogmatisierten Halbwahrheiten und versucht, Menschen mit ihren aktuellen Bedürfnissen in Schubladen zu stecken.

Meine persönliche Meinung

Es ist mir bewusst, dass alles im Universum miteinander verbunden ist und sich gegenseitig beeinflusst. Auch bin ich ein Fan von fundierter Astrologie, aber mir sind in den meisten Punkten der Planetenton-Theorie und vor allem in ihrer Umlegung auf einen therapeutischen Ansatz zu viele offene Fragen. Deshalb gehe ich in meiner Arbeit nicht auf dieses Thema näher ein, sondern halte mich an die physikalischen Grundlagen der Schwingungs-Resonanz. Dies eröffnet mir ein unendlich breites Feld zum Erstellen individueller und ganzheitlicher Klanganwendungen im Bereich der Energetik, Therapie, Pädagogik, Meditation, Entspannung und dergleichen.

Ein Tipp

Wenn man sich nur alleine mit der Gesetzmäßigkeit der Obertonreihen beschäftigt, kommt man zum Ergebnis, dass in jedem Klang jeder Ton enthalten ist, unabhängig davon, ob dieser in einer Planetentontabelle enthalten ist oder nicht.

Wir wünschen viel Spaß beim Nachdenken und freuen uns sehr auf zahlreiche konstruktive Kritiken.

Peter Triendl, KlangEnergetiker – KlangMeridian Dozent